Schultoilette  

"Die Abtritte müssen, vermittelst eines Zugrohres, so angelegt und eingerichtet sein, daß ihr Geruch nicht ins Haus dringe, und doch ihr Inhalt noch benutzt werden möge. Auch sollen die Abtritte für die Mädchen von den Abtritten für die Knaben ganz gesondert sein... Jede Abtrittstüre muß von sich selber zugehen" (Zeller 1, S. 122).
Das ist ein Beispiel für die zahlreichen Äußerungen zu diesem Gegenstand in der pädagogischen Literatur ab 1800. Das zunehmende Hygienebewußsein und die immer größeren Schülerzahlen ließen dann auch die Behörden tätig werden und Baunormen festlegen. Grundlagen dazu waren Gesichtspunkte der Geruchsbelästigung, der Hygiene und der Moral.

Baupläne für "Schulabtritte", Ende 19. Jh. Die Baupläne der Schulabtritte einiger Dorfschulen im Kreis Ottweiler geben Einblick in Lage und Konstruktion der Gebäude. An der Tatsache, daß sie zuweilen in Verbindung mit Ökonomiegebäuden geplant wurden, wird deutlich, daß Ende des 19. Jahrhunderts für Dorflehrer die Landwirtschaft noch eine Rolle spielte.

Schulturnplatz

Erste Bestrebungen, Leibesübungen in das Unterrichtsprogramm einer Schule aufzunehmen, erfolgten in den besonderen pädagogischen Anstalten der Philanthropen Basedow und Salzmann am Ende des 18. Jahrhunderts. Von Salzmanns Unterrichtsangebot in Schnepfenthal im Thüringerwald wird berichtet: "Die erste deutsche Turnanstalt, welche Guts Muths 1785 in Schnepfenthal benutzte, bestand aus einem hübschen Platze am Rande eines Eichwäldchens, worauf einfache Hang-, Stemm-, Kletter- und Schwebebalken nebst Springvorrichtungen sich vorfanden." (Encyklopädie 9, S. 511)

 

 

Abbildung 3: In der Turnstunde, Holzstich, 1880.

Doch erst um 1850 wurde das Turnen zum Gegenstand des öffentlichen Schulunterrichts. 1842 an den Gymnasien in Preußen, in Volksschulen nach 1860. Die Ziele waren eng verbunden mit Wertvorstellungen der Zeit, wie Ordnung, Zucht und Tüchtigkeit. Der paramilitärische Charakter wurde ausdrücklich betont und bestimmte die Übungen und Geräte mit: Am Pferd übte sich der zukünftige Kavallerist.
Die Geräte, die fest in den Boden eingerammt wurden, waren stark der Verwitterung ausgesetzt und mußten häufig erneuert werden. Auf dem kleinen Turnplatz hinter dem Museumsgebäude sind die Geräte nach Darstellungen auf Bildern von 1850-1880 rekonstruiert.

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Autor: Horst Schiffler
Herausgeber:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Redaktion: Hans Arthur Klein
Fotos: Alstal Fotoatelier Recktenwald, Marpingen
Umsetzung für das WWW: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! , Jörg Pfeiffer