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Jubiläum im Schulmuseum - Ein Anlass zum Rückblick

15 Jahre Saarländisches Schulmuseum in Ottweiler

 

Am 26. März begeht das Saarländische Schulmuseum in Ottweiler den 15. Jahrestag seiner Eröffnung. Die Geschichte dieses Museums ist allerdings schon einige Jahre älter. Im Juni 1986 erhielt der damalige Bürgermeister von Ottweiler, Heinz Burger, einen Brief von Prof. Horst Schiffler mit dem Vorschlag, in dieser Stadt ein Schulmuseum einzurichten. In dem Schreiben heisst es u.a.: "Ottweiler bietet sich als alte Schulstadt an, nicht zuletzt auch deshalb, weil Ottweiler mit seinem ehemaligen Lehrerseminar selbst ein Stück Schulgeschichte bedeutet. Ein Saarländisches Schulmuseum in Ottweiler könnte das Ansehen der Stadt fördern und Anreiz für Besuche bieten."

 

Schon fünfzehn Monate später, am 15. September 1987, kam die Antwort des Bürgermeisters mit der entscheidenden Stelle "...wird es aber leider nicht möglich sein, dem von Ihnen geäusserten Wunsch nachzukommen, weil entsprechende Räume nicht mehr zur Verfügung stehen."

 

Nach dieser Absage ging wenige Tage später, am 28. 9. 1987, von Herrn Schiffler ein Brief an den damaligen Kultusminister Prof. Dr. Breitenbach, in dem die Anregung zur Einrichtung eines Schulmuseums erneuert wurde. Schon wenige Tage danach äusserte Breitenbach grosses Interesse an einem solchen Projekt, aber es dauerte noch anderthalb Jahre, bis alle Steine aus dem Weg geräumt waren.

 

Ein entscheidendes Treffen fand am 10. März 1989 im Ottweiler Rathaus mit Vertretern der Stadt und des Ministeriums statt. Hier wurden alle wichtigen Punkte zu Standort, Trägerschaft, personeller Ausstattung usw. erörtert und weitgehend festgelegt. Weitere Schritte folgten: Im Mai 1989 gründete Prof. Schiffler mit an dem Vorhaben Interessierten einen gemeinnützigen Förderverein und richtete eine vom Arbeitsamt geförderte Stelle ein. Da Schiffler seine Funktion beim Aufbau des Museums neben seiner Tätigkeit als Hochschullehrer ehrenamtlich ausübte, hatte der Inhaber dieser ABM-Stelle, der Realschullehrer Jörg Pfeiffer, einen hohen Anteil an der Aufbauarbeit.

 

Auf der Grundlage der Museumskonzeption begannen die Sanierungsarbeiten an dem in Stadtbesitz befindlichen Haus in der Goethestrasse.

 

Mit seinem Amtsantritt 1991 erhob der neue Bürgermeister Hans Heinrich Rödle das Museumsprojekt zu einer wichtigen kommunalen Aufgabe und übernahm bald selbst den Vorsitz des Stiftungsvorstands.

 

Im November 1991 wurde die Stiftungsurkunde für den Träger der Einrichtung. die "Stiftung Saarländisches Schulmuseum" unterzeichnet. Ein Jahr später berichtete Schiffler dem Stiftungsbeirat, dass die Gebäudesanierung weitgehend abgeschlossen sei und mit dem Aufbau der Ausstellung begonnen werden könne; ein Eröffnungstermin Ende März 1993 sei realistisch. Dann war es endlich so weit, am Freitag, dem 26. März 1993 erklang im Anton-Hansen-Schulzentrum unter der Leitung von Rainer Sticher Telemanns Kantate "Der Schulmeister" zur Eröffnungsfeier des Saarländischen Schulmuseums.

 

Bis heute konnten weit über 100 000 Besucher eine anschauliche Begegnung mit der Geschichte der Schule erleben. Eine Gruppe motivierter ehrenamtlicher Mitarbeiter, unter ihnen noch Karl Ladwein und Albert Beyer aus dem Team der ersten Stunde, vermitteln Schüler- und Erwachsenengruppen differenzierte Eindrücke aus dem Schulleben der Vergangenheit.

 

Die fünfzehn Jahre des Betriebs bedeuteten auch eine Zeit der Entwicklung. Die Ausstellung wurde anschaulicher und reicher, Computeranimationen bieten seit einiger Zeit neue Möglichkeiten, regelmässige Wechselausstellungen bereichern das Programm. Die Projektion von alten Schulfilmen, das Konzept "Schüler führen Schüler" und Kindergeburtstage im Schulmuseum sind nur einige Beispiele für das, was im Laufe der Zeit dazu gekommen ist.

 

Was werden die kommenden Jahre bringen? Es wäre schön, wenn in Zeiten mit raschem Auf und Ab, mit schnell wechselnden Moden und Interessen, eine Einrichtung, die Anerkennung geniesst und die einen beachtlichen Beitrag leistet zur Kultur der Stadt und der Region, sich einer ungestörten Entwicklung erfreuen könnte.